Die Studienphase beginnt Hubertusmessen vorbereiten
Heute schon an Morgen denken, oder besser gesagt an den 03. November 2025. Die Jagdhornbläsergruppe Ammerland war vor knapp 30 Jahren erstmalig an einer Hubertusmesse beteiligt, zu jener Zeit angeregt durch den Hegering und umgesetzt mit der Kirchengemeinde Ofen. Seitdem gestaltet die Bläsergruppe alljährlich mehrere Hubertusmessen mit und ist dabei sowohl musikalisch als auch organisatorisch bestens eingespielt. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Brun Bölts, dem musikalischen Leiter Henning Wempen und Schriftführer Gerd Wemken hat Redakteur Kapuhs einige Punkte zur Vorbereitung einer solchen Messe zusammengetragen. Für all jene Bläserinnen und Bläser, die bisher noch gezögert haben: Jetzt kann es losgehen! „Die Vorbereitungszeit ist knapp, aber machbar – das bläserische Einstudieren nimmt die meiste Zeit in Anspruch“ sagt Bölts einleitend.
Die ersten Schritte
Zu Beginn sollten die grundsätzlichen Voraussetzungen geklärt sein. Die Auswahl des Veranstaltungsortes spielt dabei eine zentrale Rolle: Bietet die Kirche ausreichend Sitz- und Stehplätze für die erwarteten Gäste? Ebenso wichtig ist es, frühzeitig den Kontakt zur Kirchengemeinde und den zuständigen Pastoren aufzunehmen, um das Interesse an einer gemeinsamen Messe abzustimmen. Auch der örtliche Veranstaltungskalender sollte geprüft werden, um Überschneidungen mit anderen Terminen zu vermeiden. Die Einbindung der Geistlichen in das jagdliche Geschehen eröffnet die Möglichkeit, eine Predigt mit aktuellem Bezug zu gestalten. In Abstimmung mit dem Kirchenvorstand können zudem Musikstücke ausgewählt werden, die gut zur Gemeinde passen und den feierlichen Charakter der Messe unterstreichen.
Detailplanung
Sind alle grundlegenden Punkte geklärt, steht einer weiteren organisatorischen Detailplanung nichts mehr im Wege. Dabei ist es unerlässlich, die Richtlinien für Jagdhornbläsergruppen innerhalb der Landesjägerschaft Niedersachsen e. V. zu beachten! Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit Jägerschaft und Hegering – insbesondere bei der Planung der Dekoration. Trockenes Laub, herbstliche Sträucher, Nadelgehölze, Trophäen und Banner sorgen für eine stimmungsvolle Atmosphäre und geben der Messe einen festlichen, naturverbundenen Rahmen. Auch die Kleidung sollte dem Anlass entsprechend einheitlich und kirchengemäß gewählt werden. Für Bläser-Uniformen bietet sich beispielsweise die Fa. Edelbauer Maßkleidung bei Aachen an (für Änderungen gegebenenfalls einen Lieferanten in der Nähe wählen).
Etwa zwei bis drei Wochen vor der Messe sollte die Öffentlichkeitsarbeit beginnen: Eine Bewerbung über Lokalzeitungen, Plakate, Social Media, die Kirchenzeitung und ähnliche Kanäle sorgt für die nötige Aufmerksamkeit. Mit dem Pastor oder der Pastorin sollte zudem abgestimmt werden, ob eine fotografische oder filmische Begleitung der Messe möglich ist – diese kann im Anschluss für eine gelungene Nachberichterstattung oder zur Bewerbung zukünftiger Messen genutzt werden.
Die Studienphase
Möglichst bald sollte die musikalische Vorbereitung mit der Übungs- und Studienphase beginnen. Dazu empfiehlt sich, nach Fähigkeiten und Hörnern Gruppen zusammenzustellen. Die Bläser sollten kurz- und mittelfristig ein gewisses Repertoire einüben, das über die üblichen jagdlichen Stücke hinausgeht. Für deren Auswahl hat sich bewährt, begleitend zur Literatur und den Noten Tonträger anzuhören und je nach Schwierigkeitsgrad und Gefallen Stücke auszuwählen. Diese sollten für alle Hörner blasbar sein. Einen außergewöhnlichen Klang bringt die Begleitung durch die Kirchenorgel – hierzu mit dem Organisten Kontakt aufnehmen und eine Auswahl besprechen.
Literaturempfehlung:
→ Fiala Zdenek – Hubertusmesse für Fürst-Pless Hörner und Parforcehörner in B
→ Reinhold Stief – Die Hubertusmesse für Parforcehörner in Es
→ Dr. Michael Welsch – Hubertusmesse in B
→ Hermann Neuhaus – St. Hubertus-Messe
→ Michael Mull und Uwe Bartels haben Es-Horn Stücke der Messe von Reinhold Stief bearbeitet
Finale Vorbereitungen
In der letzten Phase sind wichtige Vorbereitungen vor Ort durchzuführen: Eine gemeinsame Begehung der Kirche mit Bläsern und dem Dekorationsteam vermittelt ein genaues Bild der Gegebenheiten und hilft dabei, letzte Details zu planen. Für die Bläser finden auch die letzte Übungsphase und der Feinschliff direkt am Veranstaltungsort statt: Klangtechnische Besonderheiten können so erprobt, die Aufstellung als Schalltrichter zum Publikum gezielt einstudiert werden. Der Empfang und Ausgang der Messe will auch gestaltet sein. Ein Aufbau vor der Kirche, ein jagdlicher Empfang mit Hundeführern und Falknern sowie ein Angebot an Wildbratwurst und heißen Getränken können hier eingeplant werden. Handzettel mit einem Ablaufplan, die später in der Kirche ausgelegt werden, sollten ebenfalls erstellt werden. Abschließend ist es wichtig, den Ablauf des Auftritts detailliert durchzusprechen und die Einsätze klar zu strukturieren.
Nach der Hubertusmesse empfiehlt sich eine gemeinsame Nachbereitung. Alle Beteiligten sollten dazu eingeladen und in einen abschließenden Austausch einbezogen werden. Ziel ist es, den Ablauf zu reflektieren, mögliche Verbesserungen zu besprechen und Anregungen für künftige Messen zu sammeln. Auch die verwendete Dekoration muss gegebenenfalls eingelagert werden. So lässt sich die nächste Hubertusmesse noch stimmiger und reibungsloser gestalten.
Sebastian Kapuhs