Wenn die Falle zuschnappt

Quelle: Kummetz/LJN

Versierte Niederwildjäger wissen eines ganz genau: Ohne gezielte Raubwildbejagung sind Arten wie Rebhuhn oder Fasan massiv unter Druck.

Vor diesem Hintergrund wurde dieses Jahr das Fallenförder-Projekt der Landesjägerschaft Niedersachsen ins Leben gerufen. Die Blattzeit möchte Ihnen an dieser Stelle einen kleinen Einblick in die Fallenjagd mit Betonrohrfallen ermöglichen und Sie als Revierbetreiber dazu ermuntern, diese besondere Form der Jagd in Ihren Niederwildrevieren zu implementieren. War es vor wenigen Jahrzehnten vor allen Dingen der Fuchs, der dem Niederwild das Leben schwer machte, gesellen sich nun auch Arten wie Marderhund, Waschbär und Mink dazu. Insbesondere die Zahlen von Marderhund und Waschbär nehmen immer stärker zu. Der Marderhund hat in manch einem Revier sogar den einheimischen Fuchs verdrängt. Neben der klassischen Ansitzjagd hat sich vor allen Dingen die Fallenjagd als überzeugende und effiziente Methode herauskristallisiert, dem Raubwild im Sinne des Niederwildes und anderer Offenlandarten nachzustellen.

Fünf und mehr Kreaturen pro Jagdjahr und Falle sind in manch einem Revier eine machbare Größe. Dabei ist Falle nicht gleich Falle und nicht jedes System ist fängig. Über die Jahre haben sich im Bereich der Lebendfallen insbesondere Betonrohrfallen bewährt. Diese ausgesprochen robusten und langlebigen Fangvorrichtungen sind sehr effektiv und für die meisten Raubwildarten wie Fuchs, Dachs, Marderhund, Marder oder Waschbär geeignet. Es handelt sich bei diesen Fallen um eine sehr tierschutzkonforme Jagd, das Raubwild hat in den dunklen Rohren wenig Stress und relativ viel Platz. Zudem sind elektronische Fallenmelder leicht zu montieren. 

Zu den ersten Fallen dieser Art zählte die nach dem Wildmeister Arthur Amann entwickelte „Amann-Falle“. Hierbei handelt es sich um eine Betonrohrfalle, dessen Fallenmechanismus durch ein dünnes Band ausgelöst wird. Diese Art der Betonrohrfalle wurde stetig weiterentwickelt. Heute gibt es zahlreiche Hersteller, unter anderem Modelle der „Krefelder Fuchsfalle“ oder von Fallenfuchs, deren Auslösemechanismus über ein Wippbrett funktioniert.

Standortwahl

Neben dem Fallenmechanismus und der Bauart der Falle spielen auch der richtige Standort und vor allen Dingen die Art des Aufstellens der Falle eine tragende Rolle. Es macht wenig Sinn, dass eine Betonrohr- oder Kastenfalle auf einer freien Fläche aufgestellt wird. Vielmehr sollte der Nutzer Zwangswechsel herstellen, damit die Räuber auch nicht vom rechten Weg abkommen. Flankierende Hilfen können auch Wände von Gebäuden sein. Noch viel wichtiger: Wer die Wechsel des Wildes in seinem Revier nicht kennt, reduziert ebenfalls seinen Jagderfolg. Eine Falle ohne den richtigen Köder macht ebenso keinen Sinn. Bewährt haben sich hierbei Eier, Räucherfisch oder fruchtiges Obst. Aber auch der gute Weihnachtsstollen wird mitunter gerne vom Raubwild angenommen.

Fallenmelder

In der Anschaffung deutlich günstiger, wenn auch nicht so langlebig, sind Kastenfallen. Über allem steht bei der Fallenjagd die gesetzlich vorgeschriebene, regelmäßige Kontrolle der Fallen. Seit geraumer Zeit hat in diesem Zusammenhang auch hier die Technik Einzug gehalten. Bewährt haben sich elektronische Fallenmelder von Mink- Police oder Trap-Master. Gekoppelt mit einer Revier-App ergibt sich hier eine perfekte Symbiose. Wer in Niedersachsen Fallen aufstellen will, muss sich dafür im Rahmen eines Fangjagdseminares qualifizierenUnter anderem bietet der Jägerlehrhof in Springe den zweitägigen Lehrgang an. Hier können sich Interessierte an insgesamt vier Terminen pro Jahr für ein Fangjagdseminar anmelden. Der zertifizierte Fallenprofi Finn Loske ist ein versierter Fachmann und unterrichtet die Teilnehmer in Recht sowie in der praktischen Handhabung. Generell bieten auch die einzelnen Jägerschaften mit zertifizierten Dozenten diese Seminare an. Abschließend muss festgehalten werden, dass der Schutz der Bodenbrüter ohne Fallenjagd nicht gewährleistet werden kann.

Wulf-Heiner Kummetz