Foto: Wolfgang Deiß

Renaturierungsmaßnahmen an der Kleinen Aue in Klein Lessen in Sulingen

Bereits Im Juli des Jahres 2022 konnten im Rahmen der Gewässerallianz Niedersachsen wieder zwei sogenannte Kleinmaßnahmen umgesetzt werden. An der Kleinen Aue in Klein Lessen wurde in Zusammenarbeit mit dem Eigentümer Christoph Plate und der Kreisjägerschaft Diepholz eine Renaturierungsmaßnahme mit einem bei höheren Wasserständen durchflossenen Alt-Arm der Kleinen Aue sowie zahlreichen Strukturelementen durch den Bauhof des Verbandes umgesetzt.

Auf Initiative von Christoph Plate und dem Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbandes Kleine Aue, Wilfried Vallan, wurde diese Maßnahme zur naturnahen Umgestaltung der Kleinen Aue vorgenommen. Unter der Federführung von Gewässerkoordinatorin Vanessa Meyer rückten Bagger und Radlader an, um ein Altgewässer von 140 Metern Länge in einen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Der Bodenaushub von 2400 Kubikmetern wurde auf der angrenzenden Fläche verteilt. Vervollständigt wurde die Maßnahme durch die Einbringung von 80 Tonnen Kies und von 4 Totholzelementen in die Aue. Mit 10 % der anfallenden Kosten von insgesamt 18.000,- Euro beteiligte sich die Jägerschaft Grafschaft Diepholz.

Die Teilnehmer der heute durchgeführten Ortsbegehung konnten sich von der enormen Entwicklung dieses neuen Lebensraumes überzeugen. Hier ist ein Ruheraum für zahlreiche Wildtiere, Insekten und Amphibien entstanden. Zwei Rehböcke sprangen ab, als sich die Besuchergruppe näherte.

In seinen Ausführungen betonte der Geschäftsführer des Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverbandes Große Aue, Rainer Ausborn: „Wir würden solche Maßnahmen wie hier in Klein Lessen sicherlich häufiger machen. Leider gibt es dafür vom Land Niedersachsen zurzeit kein Geld.“ Vorsitzender der Jägerschaft Grafschaft Diepholz e.V. Stefan Schwier sicherte weitere Unterstützung durch die Jägerschaft zu und regte an, auch nach anderen Finanziers zu suchen.

Auf dem Foto (von links): Vanessa Meyer, Gewässerkoordinatorin, Christoph Plate, Grundbesitzer, Stefan Schwier, Vorsitzender der Jägerschaft Grafschaft Diepholz, Rainer Ausborn, Geschäftsführer Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue, Wilfried Vallan, Verbandsvorsteher Wasser- und Bodenverband Kleine Aue, Andreas Schwiers, Verbandsvorsteher Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue
 

Wolfgang Deiß

Foto: Grundschule Lemförde

Hegering Lemförde

Junge Entdecker im Stemweder Berg unterwegs

Jedes Jahr im Mai heißt es in der Grundschule Lemförde: Die Waldtage stehen an. Vom Hegering Lemförde aus organisiert, werden die dritten Klassen der Grundschule in den Lemförder Teil des Stemweder Bergs eingeladen. Nadine Gülker, Dr. Marcel Holy, Martin Möhlenpage und Ida Schmalge gestalteten für die Kinder einen Erkundungstag mit verschiedensten Aufgaben und Lernspielen. Mit vor Ort war auch das Entdeckermobil der Jägerschaft Grafschaft Diepholz e.V. 

Entdeckermobil (jaegerschaft-diepholz.de)

Für einige der jungen Entdecker war es der erste Besuch hier im Lemförder Wald. Die Neugier, was es alles im Wald zu sehen gibt, war groß. Eine Aufgabe z.B. bestand darin verschiedenste Materialien während des ca. 3 km langen Spaziergangs zu sammeln. Am Ende des Vormittags wurden die gefundenen Gegenstände in der Gruppe vorgestellt. Auch Bewohner des Waldes wurden unterwegs gefunden, die allerdings nicht alle eingesammelt wurden.

Mit Bestimmungsbüchern wie „Wer krabbelt denn da“ konnten die Kinder eigenständig den Waldmistkäfer, den Rosenkäfer und sogar einen Hirschkäfer bestimmen. Witterungsbedingt zeigten sich auch viele Schneckenarten. Mit gesammelten Blättern und Früchten, teilweise aus dem letzten Jahr, wurden die zahlreichen Baumarten im Berg bestimmt.

Wie auch schon in den vergangenen Jahren positiv zu bemerken war, wurde eine Sache nur noch in sehr geringer Menge gefunden: Müll. Hier mal ein Bonbonpapier, dort ein Kronkorken. Glasscherben und Blechdosen wurden - anders als in den Vorjahren - zum Glück gar nicht mehr gefunden. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung von der natürlich in erster Linie die Tierwelt profitiert.

Eine weitere große Herausforderung für die doch recht lebhafte Kindergruppe war das Spiel „Lauschen im Wald“. Die Kinder sollten für zwei Minuten mucksmäuschenstill sein und dabei genau hinhören, welche Geräusche es im Wald so gibt. Das fiel einigen Kindern gar nicht so leicht, denn im Wald leise zu sein, und dann zu erfahren wie laut der Wald doch eigentlich sein kann, war für einige Schülerinnen und Schüler eine ganz neue Erfahrung.

Zum Ende des Ausflugs wurden die Drittklässler dann kreativ. Sie sollten ein „Fantasie-Tier“ aus Gräsern, Stöcken und anderen im Wald auffindbaren Materialien bauen. Von kleinen neuen Waldbewohnern bis hin zu großen von Weitem erkennbar gefährlichen Fabeltieren zeigten die Schülerinnen und Schüler ihr großes Gestaltungstalent.

Alle waren sich am Ende einig: Einen Ausflug in den Stemweder Berg würden alle gerne nochmal wiederholen. Vielleicht können die Kinder ja auch die eigenen Eltern dazu begeistern.

Hegering Lemförde

Moorfrosch, Rebhuhn und Rothirsch an der Stimme erkennen

Im Rahmen des wöchentlichen „Myday“ Tages, bei denen sich die Schüler eigene Gruppenarbeiten nach Themen im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aussuchen, war das Entdeckermobil der Jägerschaft Grafschaft Diepholz mit einer spannenden Quiz-Rallye zum Thema „heimische Wildtiere und Natur in Niedersachsen“ vor Ort.

Das Entdeckermobil ist eine Art Wissensanhänger, mit dem Niedersachsens Tierwelt und Landschaftsformen interaktiv vorgestellt werden, mit dem Ziel, den Kindern die vielfältige Natur in Niedersachsen näherzubringen. In zweier-Teams können die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 4 an acht verschiedenen Stationen Fragen beantworten. Das Quiz motivierte die Kinder zur Auseinandersetzung mit den spannenden und didaktisch sehr gut aufbereiteten Lerninhalten.

Für die richtige Antwort mussten beispielsweise Boden- und Pflanzenproben den verschiedenen Naturräumen in Niedersachsen zuordnen, Tierstimmen erkennen, die drei Hirscharten anhand von Fotos zuordnen und Niedersachsen auf einem Wimmelbild erkunden.

Das hört sich kompliziert an, ist aber spielerisch abgestimmt auf die Anforderungen in der Grundschule, so dass auch wirklich alle Schüler mitmachen können. Da die Grundschule Groß-Lessen 2 kombinierte Klassen der Eingangsstufen hat (1. Und 2. Klasse werden zusammen beschult) war es kein Problem, dass in jedem Team auch immer ein Schüler/in war, der lesen konnte. Wenn die Kinder doch mal Tipps oder Unterstützung brauchten, stand Martin Möhlmann als Ansprechpartner des Entdeckermobils im Landkreis Diepholz mit Rat und Tat zur Seite. Ihn unterstützten zwei Helfer aus der Jägerschaft des Hegerings Sulingen.

Die Grundschüler zeigten großes Interesse an den einzelnen Stationen und die entstandenen Ergebnisse machten die Kinder besonders stolz! „Das war voll cool heute!“ so die Aussage einer begeisterten Schülerin.

Öffentlichkeitsbeauftragter Thorben Müller überreichte jedem Schulkind für die Nachbearbeitung des Tages noch ein „Malbuch für Naturentdecker“ herausgegeben von der Landesjägerschaft Niedersachsen LJN mit sechs herausnehmbaren Karten der unterschiedlichen Lebensräume Niedersachsens und ihrer Tierwelt mit spannenden Informationen. Finanziert und gesponsert wurden die Malbücher durch den Förderverein „Macht mit“ der Grundschule Groß-Lessen.

Im Rahmen der Projektförderung NATURbegeistert der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung ist die Jägerschaft Grafschaft Diepholz zertifiziert um Erlebnisse von Kindern in der Natur zu fördern, damit diese sich langfristig für Natur und Umwelt begeistern – eine wichtige Grundlage für späteres Naturschutzhandeln.

Das Konzept des Entdeckermobils wurde erarbeitet im Rahmen des Projekts „ErlebnisNATUR – ist doch Ehrensache“ der Landesjägerschaft Niedersachsen, und des Angelfischerverbandes im LFV Weser-Ems in Kooperation mit dem SCHUBZ (Umweltbildungszentrum der Hansestadt Lüneburg), gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung.

Haben Sie auch Interesse das Entdeckermobil an Ihrem Kindergarten/Ihrer Grundschule einzusetzen? Weitere Informationen unter www.jaegerschaft-diepholz.de oder per email: public@jaegerschaft-diepholz.de

Thorben Müller 

Jägerprüfung 2024

Die Jagd ist so alt wie die Menschheit – und so neu wie die Menschen, die sie ausüben.

Nach der mündlich-praktischen Prüfung im Waldpädagogikzentrum Hahnhorst in Schwaförden am Dienstag, 30. April 2024 konnten 40 „Hasenschüler“ Ihr Zeugnis im Jagdschützenclub Sulingen entgegennehmen. Zur Leistungsbewertung der Schüler gehörte z.B. im Bereich „Behandlung des erlegten Wildes/Wildkrankheiten“ in Plastikfolie eingeschweißte Organe von Wildtieren mit pathologischem Befund, den die Schüler zweifelsfrei erkennen mussten. Im praktischen Teil „Verhalten auf der Jagd/Sicherheitsbestimmungen“ wurde der jagdliche Ansitz simuliert, bei dem die Jagdscheinanwärter Gefahrensituationen erkennen und dementsprechend handeln mussten.

Cord-Hinrich Hespe, in seiner Funktion als Leiter der Prüfungskommission sowie Jägermeister im Südkreis des Landkreises Diepholz, überreichte die Prüfungszeugnisse und beglückwünschte den sichtlich erleichterten Absolventen: „Ihr könnt stolz sein auf Eure Leistung, denn Jäger sind die einzigen anerkannten Naturschützer, die eine Prüfung ablegen. Die Jägerprüfung habt ihr nun bestanden – aber Jäger müsst ihr erst noch werden. Wir wünschen Euch, dass Ihr alle Euren Platz in der Jagd findet und aktiv Euer Ehrenamt ausübt.“ 

Vorsitzender der Jägerschaft Diepholz, Stefan Schwier gratulierte den Prüflingen und überreichte den Jägerbrief der Landesjägerschaft Niedersachsen als Urkunde zur bestandenen Prüfung.

Zuvor absolvierten die Teilnehmer der beiden Jagdschulen im Südkreis des Landkreises Diepholz schon die Prüfung im jagdlichen Schießen sowie die schriftliche Prüfung. Über 2500 Fragen beinhaltet der „Fragenkatalog zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung“ des Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Mit der Beantwortung von 100 Fragen aus den Bereichen Wildtiere, Waffen, Naturschutz, Wildkrankheiten, Hundewesen und Brauchtum mussten die Schüler und Schülerinnen ihr Wissen unter Beweis stellen.

Ausgebildet wurden die Schüler in den neunmonatigen Vorbereitungskursen für das „grüne Abitur“ in denen durch die fachkundigen Ausbilder weit mehr vermittelt wird, als nur zur Bestehung der Prüfung genügen würde: Fährten lesen, Bäume und Pflanzen bestimmen, die fehlerfreie Handhabung von Waffen und Fallen, ökologische Zusammenhänge, Tierschutz, rechtliche Grundlagen, Tierpräparate bestimmen und erläutern sowie die Unterscheidung der Jagdhornsignale, und vieles mehr. 

Als Lehrgangsbeste glänzte Viktoria Schlüsche aus Hemsloh mit der Gesamtnote 1,0. Mit 17 Jahren ist sie zudem die erste aus der Gruppe der „Jagdfüchse Hemsloh“ (wir berichteten) mit bestandener Jägerprüfung.

Begleitet wurde der Abend vom Bläsercorps der Jägerschaft Diepholz unter Leitung von Ulrike Jost. Die Jagdhornbläser trugen einige Stücke aus Ihrem Repertoire vor. 

Öffentlichkeitsbeauftragter Thorben Müller konnte jedem Prüfling außerdem eine Einladung der Landesjägerschaft Niedersachsen LJN zum diesjährigen Jungjäger-Vergleichs-Schießen auf dem Schießstand Liebenau überreichen, bei dem es wertvolle Sachpreise zu gewinnen gibt. 

Lt. dem DJV (Deutscher Jagdverband) haben in Deutschland fast 450.000 Menschen einen Jagdschein, ein Plus von 36 Prozent innerhalb von drei Jahrzehnten. Der Anteil von Jägerinnen in Deutschland liegt derzeit bei 11 Prozent. Inzwischen sind 28 Prozent Frauen in den Jagdkursen – Tendenz seit 2011 steigend.

 60 Prozent der Deutschen befürworten die Jagd. Jägerinnen und Jäger leisten in Deutschland einen wichtigen ehrenamtlichen Beitrag zum Artenschutz in der Kulturlandschaft: Allein aus eigener Tasche geben sie jährlich 137 Millionen Euro für Artenschutz und Biotoppflege aus, so das Ergebnis einer DJV-Umfrage. Wichtige Partner sind dabei Landwirte. Als anerkannte Naturschützer bieten sich Jäger an, um mit Landwirten gemeinsam in Form von attraktiven Agrarumweltmaßnahmen die Artenvielfalt in der Agrarkulturlandschaft zu verbessern", so Dammann-Tamke, Präsident des DJV.

(Foto: Henrik Störing, Asendorf, Madita Bruns, Barnstorf, Simon Berg, Daniel Nickel, Bassum, Emma Beneke, Bruchhausen-Vilsen, Alina Fangmeier, David Fangmeier, Diepholz, Christian Gosewehr, Gosewehr, Matthias Wuchenauer, Hannover, Viktoria Schlüsche, Hemsloh, Eik Koopmann, Florian Thelker, Kirchdorf, Malte Hegenscheidt, Nordhemmern, Kai Dummeyer, Pr. Ströhen, Louis Berghorn, Raddestorf, Holger Jahn, Rehden, Dennis Höhna, Seelze, Steffen Gerdes, Siedenburg, Jannis Köster, Steyerberg, Svenja Graue, Teresa Kruse, Stolzenau, Antje und Jens Burdorf, Bennet Husmann, Alexander Litau, Sulingen, Benjamin Stratmann, Pius Uhlhorn, Twistringen, Lara-Marie Brümmer, Leandra Köper, Markus Mailand, Louisa Schiltmeier, Holger Schumacher, Bennet Sudholz, Uchte, Henrik Rieger, Varrel, Michael Buck, Lina Ismer, Noah Ismer, Tanja Ismer, Wagenfeld, Bernd Dammeier, Wehrbleck, Jana Dünnemann, Wetschen)

Thorben Müller