Quelle: Marcus Lütjen

Hegeabschuss-Hirsch

Beim abendlichen Ansitz auf Fuchs und Rehbock in der Eigenjagd Schröder bei Ebersdorf, trat gegen 21:15 Uhr ein Damhirsch vom 2. Kopf aus. Anfangs war die Entfernung noch relativ groß, so dass beim flüchtigen Blick, nur der dunkle Äser auffiel. Der Hirsch war im Gebäude nicht auffällig. Er zog dann langsam näher, der schwarze Äser gab Rätsel auf, ein vorschneller Abschuss in der Schonzeit sollte natürlich vermieden werden. Erst als der Hirsch spitz auf mich zuzog und ich von vorne „bei geschlossenem“ Äser die Zähne sehen konnte, waren sämtliche Zweifel beseitigt. Als der Hirsch kurze Zeit später auf 50 m breit stand schoss ich. Trotz eines sehr guten Kammertreffers machte der Hirsch noch eine Todesflucht von über 150 m. Was ich dann am erlegten Stück sah, machte mich sprachlos. Der Gestank nach Verwesung war beißend, der komplette Windfang war verschwunden, überall wimmelte es von Maden, eine Stange war abgebrochen, die andere am Schädel ausgebrochen. Auch im ursprünglichen Rosenstock der linken Stange wimmelte es von Maden. Als ich den Hirsch am nächsten Tag zum Präparator brachte, ging dieser davon aus, dass es sich um ein Stück Fallwild handeln würde. Beim Abkochen stellte sich raus, dass die Maden schon fast das Hirn erreicht hatten. Die Ursache für das Leiden des Hirsches dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit ein Unfall auf der nahegelegenen B495 sein. Erstaunlich ist, dass der Hirsch überhaupt nicht abgekommen war.

Marcus Lütjen

Der aktuelle Vorsitzende Hendrk Bardenhagen (rechts) mit seinen beiden Vorgängern, Hans Heinrich Wölbern (1993-2007) (mitte), Arno Schröder (2007-2023)

Jahreshauptversammlung 

Am 16.3.2024 fand die Jahreshauptversammlung der Bremervörder Jägerschaft mit Hegeschau im gewohnten, würdigen Rahmen statt. Durch seine mit 150 Gästen sehr gut besuchte erste große Versammlung als Vorsitzender, führte der Vorsitzende Hendrik Bardenhagen ruhig und souverän. Als Ehrengäste durfte er u.a. den Landtagsabgeordneten Dr. Marco Mohrmann sowie den Kreisjägermeister Dr. Hermann Gerken begrüßen. Auch in diesem Jahr standen wieder einige Ehrungen an und so konnten folgende Auszeichnungen übergeben werden:

LJN Verdienstnadel in Bronze: Matthias Aldag; DJV Wildhegespange: Gerhard Hinck, Hans Hinrich Müller, Thorsten Reck und Torsten Witte für ihren außergewöhnlichen Einsatz bei der Raubwildbejagung

70-jährige Mitgliedschaft: Gerhard Blume

65-jährige Mitgliedschaft: Johann Brandt

60-jährige Mitgliedschaft: Peter Wülbern

50-jährige Mitgliedschaft: Bernd Brunner, Hans-Rudolf Schiefelbein, Manfred Steffens, Wilhelm Witthohn

Abschließend präsentierte Kreisjägermeister Dr. Hermann Gerken, untermalt von der Bremervörder Bläsergruppe, die Streckenstatistik. (DW 692 – 281/411; Schwarzwild 274 – 160/114, Reh 1609 – 738/871; Hase 593, Füchse 614, Nutria 354, 558 Enten).

Hier ging Dr. Gerken besonders auf die gesunkenen Abschusszahlen beim Damwild, bei den Enten und den Nutria ein. Die geringeren Abschusszahlen beim Damwild können zum einen auf den neu eingeführten dreijährigen Abschussplan und das damit verbundene vorsichtige Herangehen der Jäger zurück zu führen sein, könnte aber auch durch den Wolf beeinflusst worden sein.

Bei Enten können die geringeren Abschusszahlen sowohl mit einem großen Prädatorendruck, als auch mit dem starken Hochwasser zu tun haben. Letzteres bedingt auch die geringeren Abschusszahlen bei den Nutria, denn ein Herankommen an entsprechende Gewässer und Fallen war lange Zeit nicht möglich. 

Marcus Lütjen