Das Ökologische Kompetenzzentrum Oldenburger Land

Biologen Kartierung
Monitoring und Kartierungen gehören zu den Hauptaufgaben der beiden Biologen Dr. Phillip Krämer (re.) und Hannes Hanella (li.) Quelle: ÖKOL

Entstehung, Aufgaben und Ziele

Das Ökologische Kompetenzzentrum Oldenburger Land gUG, kurz ÖKOL, ist eine gemeinnützige Unternehmensgesellschaft, die zu 50 % von der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. als anerkanntem Naturschutzverband und zu 50 % von dem Ökologischen Kompetenzzentrum Ammerland Oldenburg e.V. (ÖKAO) getragen wird. Letzteres besteht aus vielen in der Agrarlandschaft tätigen Institutionen – zum Beispiel gehören dazu die Jägerschaft Ammerland, das Ammerländer Landvolk e.V., der Biotopfond der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst, die Stiftung Kulturlandpflege und viele andere mehr. Derzeit erstreckt sich das Tätigkeitsgebiet in ausgewählten Gebieten der Agrarlandschaft und in den Pufferzonen um die Schutzgebiete herum auf ca. 18.500 ha. Das Ökologische Kompetenzzentrum Oldenburger Land Gegründet wurde das ÖKOL im Januar 2023 als Modellprojekt im Rahmen des Niedersächsischen Weges mit der Maßnahmenstellung zur Umsetzung von Natur-, Arten- und Gewässerschutzmaßnahmen in ausgewählten Offenlandflächen und in den Pufferzonen der FFH- und NSG-Gebiete in den Landkreisen Ammerland und Oldenburg. Für dieses Projekt erfolgt eine Förderung in Höhe von 555.000 € vom Land Niedersachsen zunächst für 3 Jahre gefördert. Besonders der damalige Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies hatte sich sehr für die Realisierung des Kompetenzzentrums eingesetzt. Im Gegensatz zu den „klassischen“ ökologischen Schutzstationen, deren Aufgabe die Vor-Ort-Schutzgebietsbetreuung ist, widmet sich das ÖKOL der gesamten Agrarlandschaft – insbesondere auch in den Pufferzonen um die FFH- und NSG-Gebiete herum. Besonderes Ziel ist es, die Lebensgrundlagen für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten und zu verbessern. Konkret bedeutet dies, dass die im Betreuungsgebiet vorkommenden Lebensräume und Arten sowie prioritäre Arten- und Lebensraumtypen gemäß der Niedersächsischen Strategie zum Arten- und Biotopschutz so gefördert werden, dass nach Möglichkeit günstige Erhaltungszustände erreicht werden. Flankiert wird dies durch Monitoring- und Kartierungsmaßnahmen. 

Das Team des ÖKOL besteht aus den Biologen Hannes Hanella und Dr. Philipp Krämer, die sich mit der Kartierung der Flora und Fauna beschäftigen, sowie den zwei Gesch.ftsführern, Dr. Josef Kuhlmann und Dr. Tatjana Hoppe, die in Teilzeit die Projektleitung übernehmen. Die Landesjägerschaft als Gesellschafter wird durch den Stellv. LJN-Präsidenten Helmut Blauth vertreten, der zweite Gesellschafter, das ÖKAO, durch den Vorsitzenden des Kreislandvolkverbandes Oldenburg Detlef Kreye. Die Geschäftsstelle befindet sich in Großenkneten- Huntlosen im Landkreis Oldenburg. Im Fokus der Arbeit stehen derzeit neben dem oben beschriebenen Gründungsprojekt folgende weitere Vorhaben: Seit Januar 2024 unterstützt das ÖKOL mit weiteren Partnern das Jubiläumsprojekt der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung „ArtenReich – Hecken pflegen, Arten schützen“. Im Mittelpunkt hier stehen die Revitalisierung bestehender Heckenstrukturen sowie die Etablierung einer fachgerechten Pflege, durch die Lebensräume für eine Vielzahl von unterschiedlichen Tieren und Pflanzen erhalten und ökologisch wertvolle Strukturen der Biotopvernetzung hergestellt werden. Derzeit noch im Genehmigungsprozess befindlich ist ein Projekt im Rahmen der „Zukunftsregion4Klima“ der Landkreise Ammerland, Vechta, Oldenburg und Delmenhorst mit dem Titel „Entwicklungs- und Maßnahmenpläne für drei Gebietskulissen des ÖKOL“, bei dem die Erstellung von Managementplänen für die Projektflächen im Mittelpunkt steht. Parallel dazu sollen bereits erste Maßnahmen in den Projektflächen gemeinsam mit den Akteuren vor Ort entwickelt und durchgeführt werden. Hierunter fallen Maßnahmen wie das Anlegen von Lerchenfenstern, überjährigen Stoppelbrachen, Beetlebanks, die Etablierung von mehrjährigen Blühstreifen und andere lebensraumverbessende Maßnahmen. Für diese veränderten Flächennutzungen, so ist es vorgesehen, sollen die teilnehmenden Landwirte dann einen finanziellen Ausgleich erhalten. 

Viele weitere Informationen über das ÖKOL, die Projekte und deren Fortgang finden Sie auf der Internetseite: www.oekol.de 

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