Wichtiges Werkzeug von und für die niedersächsischen Jägerinnen und JägerWildtiererfassung Niedersachsen
Das Monitoring von Wildtieren ist eine niedersächsische Erfolgsgeschichte: Bereits im Jahr 1991 legte die Landesjägerschaft Niedersachsen e. V. mit der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) den Grundstein für ein langfristiges und flächendeckendes Wildtiermonitoringprogramm, welches sich seither zu einer wichtigen Grundlage für jagd- und naturschutzpolitische Entscheidungen entwickelt hat. Von Beginn an erfolgt die Finanzierung durch Mittel aus der Jagdabgabe des Landes Niedersachsen. Herauszustellen bei der WTE sind die großräumigen und langjährigen Datenreihen für die abgefragten Wildarten, die eine zuverlässige Einschätzung zur nachhaltigen Nutzung unseres Wildes erlauben. Begleitende wissenschaftliche Untersuchungen zum Vorkommen und zur Populationsdynamik unserer Wildtierbesätze belegen beispielsweise beim Hasen deutliche, bei Fasan und Rebhuhn leichte Besatzzunahmen. Dadurch konnte in der Vergangenheit u.a. belegt und erreicht werden, dass das Rebhuhn weiterhin dem Jagdrecht unterliegt und auch der Feldhase kein Fall für die „Rote Liste“ ist. Ein von der EU vorgeschriebenes Neozoen-Management, wie für Nutria oder Waschbär, kann mit Hilfe der WTE auf einer verlässlichen Datengrundlage aufgebaut werden. Nur so ist die Ausbreitung dieser Arten in Niedersachsen in den letzten 20 Jahren nachvollziehbar. Grundsätzlich gilt: Bei allen Veröffentlichungen bleibt die Anonymität der Revierdaten stets gewahrt.
Damit die hohe Beteiligung von ca. 80% der Reviere an der WTE und das hohe Niveau der Auswertungen und Darstellung der Ergebnisse auch in Zukunft gewährleistet werden kann, wurde die WTE optimiert und auch eine Online-Eingabe ermöglicht. Alle Revierinhaberinnen und Revierinhaber können ab dem 1.4. eines jeden Jahres die WTE-Angaben online über www.wte-nds.de eingeben. Die Zugangsdaten sind die gleichen, die auch für das Programm der Jagdstatistik der Landkreise verwendet werden. Dort, also bei den Jagdbehörden der Landkreise, können die Zugangsdaten angefordert werden. Die Meldungen zur Jagdstatistik müssen allerdings bis zum 15.02. eines Jahres abgegeben werden, das Formular der WTE kann hingegen erst ab dem 01.04. online ausgefüllt werden. Die Hegeringleiter und Vorsitzenden der Jägerschaften, können die Beteiligung kontinuierlich online verfolgen. Eine Teilnahme an der WTE ist aber auch weiterhin mit dem bekannten Papierbogen möglich.
Die WTE ist ein prägnantes Beispiel für die Kompetenz und Leistungsfähigkeit der Jägerinnen und Jäger im Monitoring von Wildtieren und damit eine wesentliche Stütze für die Jagd heute und in der Zukunft.
Die Beteiligung von jährlich knapp 8000 Revieren - was etwa 80 % der niedersächsischen Reviere entspricht – ist überragend und im Wesentlichen auf das große Engagement der Hegeringleiterinnen und Hegeringleiter sowie der Unterstützer in den Jägerschaften zurückzuführen. Damit auch weiterhin diese hohe Beteiligungsraten erzielt werden können und die Erfolgsgeschichte der WTE weitergeht, bitten wir alle Revierinhaberinnen und Revierinhaber sich an der WTE zu beteiligen. Unterstützen Sie Ihre Hegeringeleiter bzw. ihre Jägerschaft auch durch eine fristgerechte Abgabe ihrer Daten. Dafür schon jetzt unser herzlicher Dank!
Reinhild Gräber, Dr. Egbert Strauß, LJN