Auf ein Wort: Präsident Dammann-Tamke zur BLATTZEIT
Bis zur eigentlichen Blattzeit dauert es noch ein wenig – die neue niedersächsische BLATTZEIT ist jetzt da – warum dieses Projekt?
Im Grunde gibt’s darauf eine ganz einfache Antwort: Weil wir sie bislang nicht hatten. Mit unserem neuen Mitgliedermagazin setzen wir ein Zeichen. Wir wollen noch stärker kampagnenfähig werden und jedes einzelne unserer Mitglieder auf direktem Weg aktuell informieren, was jagdpolitisch „Phase ist“ – und das ungefiltert. Im Gegensatz zu allen anderen Landesjagdverbänden hatten wir diese Situation, historisch gewachsen, in Niedersachsen bislang nicht.
Sie sprechen es indirekt an: Was ist mit dem Niedersächsischen Jäger?
Nun, der Niedersächsische Jäger war und ist eine eigenständige Publikation aus dem dlv-Verlag und das wird auch so bleiben. Dass unsere Entscheidung für ein eigenes Mitgliedermagazin dort nicht für „Beifallstürme“ sorgt, ist aus Verlagssicht nachvollziehbar. Aus unserer Sicht besteht da aber kein Problem. Selbstverständlich steht es jedem frei, den NJ weiterhin zu abonnieren. Unsererseits haben wir nicht vor, die jahrzehntelange Zusammenarbeit und gemeinsame Geschichte im Nachhinein zu beschädigen.
Das neue Jagdjahr hat unlängst begonnen - viele Jägerinnen und Jäger hier bei uns im Lande fragen sich, was jagdpolitisch in nächster Zeit zu erwarten ist - wie ist der aktuelle Stand?
Klar ist, wir haben im Mai 2022 eine große Novelle des Niedersächsischen Landesjagdgesetzes gehabt - verabschiedet mit einer so überwältigenden Mehrheit im Niedersächsischen Landtag, mit der man die Landesverfassung hätte ändern können. Nicht zugestimmt damals hatte die Landtagsfraktion der Grünen. In der Folge: Die Passagen aus dem Wahlprogramm der Grünen und dem Niedersächsischem Koalitionsvertrag sind bekannt. Wie damals sind wir auch heute fest überzeugt davon, dass wir ein gutes, moderneres und tierischutzgerechtes Jagdgesetz bekommen haben. Klar ist für uns daher auch, dies neuerlich – nach so kurzer Zeit – wieder aufschnüren zu wollen, dazu bedarf es fachlich begründeter, valider Einwände und die sehen wir nicht. Rein ideologische Gründe, können jedenfalls kein Grund sein, das ist am Ende auch eine Frage des Demokratieverständnisses. Ansonsten warten wir auf eine Reihe von Verordnungen, bei denen das Beteiligungsverfahren der Verbände gegen Ende des letzten Jahres abgeschlossen worden ist.
„Wir wollen noch stärker kampagnenfähig werden und jedes einzelne unserer Mitglieder auf direktem Weg aktuell informieren“
Immer aktuell in Niedersachsen aber in diesen Tagen wieder besonders ist das Thema Wolf - Ihre Einschätzung der aktuellen Großwetterlage?
Eine Lachnummer, natürlich nur, wenn es nicht so traurig wäre. Wir stellen fest, sowohl die Bundesregierung als auch unsere Landesregierung haben sich von ihrem eigenen Anspruch eines regional differenzierten Managements verabschiedet. Das steht im Bund und im Land zwar gleichermaßen in den Koalitionsverträgen, passiert ist in dieser Hinsicht allerdings nichts. Auch das als Durchbruch verkaufte Verfahren der Schnellabschüsse ist eher eine Farce. Das zeigt der Blick auf das Verfahren in der Region Hannover mehr als deutlich: Das Umweltministerium veröffentlicht am 26. März eine Ausnahmegenehmigung die ab dem nächsten Tag gilt. Allein diese Vorankündigung ist schon mehr als kontraproduktiv. Es folgen Eilanträge gegen die Genehmigung. Diese werden zunächst vom Verwaltungsgericht Oldenburg und auch dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg abgewiesen und dennoch zieht das NLWKN, also eine nachgeordnete Behörde des Umweltministeriums dann diese Genehmigung wieder zurück und zu guter Letzt gibt dann am 05. April das Verwaltungsgericht Oldenburg einem Eilantrag doch statt und das ganze Verfahren ist gestoppt. Mehr muss man dazu eigentlich gar nicht mehr sagen.
Das Schwerpunktthema der ersten BLATTZEIT-Ausgabe ist die Bockjagd – Haben Sie noch einen Tipp zum ersten Ansitz für all die frischgebackenen Jungjäger?
Auf jeden Fall den richtigen Moment abwarten und mit einem erfahrenen Jäger gemeinsam auf den ersten Ansitz gehen – das gibt Ruhe und Sicherheit und dann wird das sicherlich auch ein unvergessliches Jagderlebnis.